METALLHANDEL

Rund 80 Prozent aller Metallhändler in Deutschland sind Mitglieder im Verband Deutscher Metallhändler e.V. Ihr Kerngeschäft ist der Handel und die Aufbereitung von Nichteisenmetallen wie beispielsweise Kupfer, Aluminium, Zink oder Blei. 

Der Handel mit Metallen basiert im Wesentlichen auf drei Säulen: 

1. dem Altmetallhandel

2. dem Neumetallhandel

3. dem Handel mit Strategischen Sondermetallen/Ferrolegierungen. 

Bereits 1877 wurde die Londoner Metallbörse (LME) gegründet. An ihr werden die für den weltweiten Metallhandel relevanten Preise gebildet. Die Wurzeln des geregelten Metallhandels reichen sogar bis in das Jahr 1571 zurück.

 

TYPEN DES METALLHANDELS

Altmetallhandel

Der Altmetallhandel ist die wichtigste metallische Rohstoffquelle Europas. Rund die Hälfte des in Deutschland produzierten Kupfers wird aus Altmetall gewonnen. Bei anderen Nicht-Eisen-Metallen (NE-Metalle) ist diese Quote ähnlich hoch.

Altmetall wird unterteilt in: Altschrotte, Neuschrotte und metallhaltige Rückstände. Ungeachtet der juristischen Einordnung in verschiedene Rechtsbereiche (Abfallrecht, Stoffrecht, Produktrecht), bleibt es zentrales Ziel der NE-Metall-Recycling-Wirtschaft, den Sekundärrohstoff Schrott in höchster Qualität zur Wiederverwendung dem Wirtschaftskreislauf zur Verfügung zu stellen.

Was sind Altschrotte?

Altschrotte sind gebrauchte, nicht mehr verwendbare Metallteile. Das können beispielsweise Rohre, Stangen, Batterien, Altkabel, Elektro- und Elektronikschrott oder alte Teile aus Haushalt oder Abbruch sein.

Neuschrotte sind in der Regel Produktionsabfälle, also metallisches Material, das bei der Be- und Verarbeitung von Metallen und Erzeugnissen anfällt. Beispielhaft seien Späne sowie Stanz-, Blech- und Profilschrott genannt. Neuschrotte, die bei der Produktion anfallen und im eigenen Werk wiedereingesetzt werden, heißen Kreislaufschrotte. Auch nicht genutzte Erzeugnisse können Neuschrott sein. Metallhaltige Rückstände sind beispielsweise Aschen, Krätzen, Schlacken, Schlämme und Stäube, die Gehalte von aufbereitbaren Metallen oder deren Legierungen, zum Teil in gebundener Form, aufweisen.  

Neumetallhandel als Basis für die Industrieproduktion

Neumetalle sind Metalle, die durch den Einsatz primärer oder sekundärer Rohstoffe erzeugt werden. Sie werden in handelsüblichen Formen angeboten, beispielsweise als Kathoden, Masseln oder Blöcke. Die mengenmäßig größte Rolle im Neumetallhandel spielen die sogenannten Basis- oder Industriemetalle:

Aluminium, Kupfer, Nickel, Zink und Zinn. Der Bedarf an diesen Metallen und damit der Metallhandel steigen stetig. Konjunkturelle Schwächephasen verursachen lediglich einen vorübergehenden Marktrückgang, aber verändern den Trend letztlich nicht. Die Preisbildung dieser Metalle erfolgt an der LME. 
Die Preise eines wichtigen Zweigs des Neumetallhandels bilden sich allerdings nicht an der LME: strategische Sondermetalle und Ferrolegierungen werden nicht an der LME gehandelt und unterliegen eigenen Preismechanismen.

Handel mit Strategischen Sondermetallen, Ferrolegierungen und Seltenen Erden

Die Palette der Strategischen Sondermetalle beginnt bei Antimon und endet bei Zirconium. Besonders gefragt sind derzeit Gallium, Indium und Tantal, die in modernen High-Tech Produkten unverzichtbar sind. Kein Handy, kein iPad und kein Auto würde heute mehr ohne diese Metalle funktionieren.

Daher ist der Metallhandel in diesem Bereich heutzutage besonders interessant. Eine Untergruppe bilden die so genannten Seltenen Erden, die ebenfalls fester Bestandteil vieler elektronischer Produkte sind. Zu den Seltenen Erden gehören beispielsweise Lanthan, Neodym oder Scandium. Hinzu kommen Ferrolegierungen, die vor allem in der Stahlindustrie als Legierungsbestanteil eingesetzt werden. Fast alle Strategischen Sondermetalle / Ferrolegierungen werden nach Europa importiert und von VDM Mitgliedern der Wirtschaft und dem Handel zur Verfügung gestellt.

 

Handelsregeln – Klassifizierungen und Usancen

Jede Branche braucht feste Regeln, die dem Handel zu Grunde gelegt werden, so natürlich auch im Metallhandel. Die Erarbeitung branchenüblicher Usancen und Klassifizierungen (UKM) war ein Grund für den Zusammenschluss des NE-Metallhandels im Verband Deutscher Metallhändler e.V. im Jahr 1907. Unter Usancen werden die in einer Branche üblichen Handelsregeln verstanden. Sie dürfen nicht mit Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) verwechselt werden. Während AGB lediglich einen Teil der individuellen Vertragsgestaltung darstellen, beschreiben Usancen einen branchenweiten Grundkonsens.
Im Laufe der Jahre wurden die Usancen und Klassifizierungen für den Metallhandel immer wieder überarbeitet und mit der Industrie abgestimmt. Die für den Metallhandel maßgeblichen Usancen wurden zuletzt 2002 dem Markt angepasst.

Klassifizierungen für NE-Metallschrott

Die Klassifizierungen für NE-Metallschrott beschreiben die in der Branche üblichen Qualitäten. Die aktuelle Fassung stammt aus dem Jahr 1988, die Klassifizierungen für NE-Metall-Granulate aus dem Jahr 2000. Sie geben keine Auskunft darüber, ob es sich bei der beschriebenen Qualität um ein Produkt oder um Abfall handelt, denn diese Einordnung ist allein auf Grund der geltenden Gesetze zu treffen.

VDM Infodienst „Außenhandel“

In regelmäßigen Abständen erscheint der VDM Infodienst „Aussenhandel“, in dem wir über aktuelle Entwicklungen im Bereich EU-Handelspolitik, Zoll- und Einfuhrregeln sowie Handelsschutzinstrumente informieren.

 

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METALLBÖRSE

Metalle werden heute vor allem an den Metallbörsen in London und in New York gehandelt. Die LME gilt als bedeutendster Metallhandelsplatz weltweit. Weltweit gibt es noch vier weitere Metallbörsen, an deutschen Börsen sind hingegen keine (NE-)Metalle mehr notiert. Im Gegensatz zu den klassischen Börsen verfügen die Metallbörsen über zahlreiche von ihnen lizenzierte Lagerhäuser, in denen die gehandelten Metalle auch physisch eingelagert werden können.

 

LONDONER METALLBÖRSE

Das Zentrum des internationalen Metallhandels ist London. Die Londoner Metallbörse (LME) ist für Metalle der wichtigste Handelsplatz – an ihr orientieren sich die Preise der NE-Metalle rund um den Globus. Gegenwärtig werden 11 verschiedene Metalle gehandelt. Nichteisen-Metalle, Minor Metals (sogenannte Nebenmetalle) und Stahl. Die Qualitätsanforderungen und die handelbaren Losgrößen sind in den jeweiligen Kontraktspezifikationen festgelegt, um einheitlichen Standard zu gewährleisten.

Zur Hompage der LME

 

Die Kernfunktionen der LME

Die LME erfüllt im Wesentlichen drei Kernfunktionen: An der Börse werden täglich die inter­national akzeptierten Metallpreise gebildet, die weltweit bei Produzenten, Händlern und Verarbeitern in ihren physischen Verträgen angewandt werden (Preisfindung). Durch Siche­rungsgeschäfte (Hedging) kann in jeder Phase von Produktion, Verarbeitung, Handel und Verbrauch eine Sicherung vor Preisrisiken durch Termingeschäfte vorgenommen werden. Die LME verfügt über von ihr lizenzierte Lagerhäuser, in denen die gehan­delten Metalle auch physisch aus- und eingelagert werden können (Lieferung). Darüber hin­aus kann ein Anbieter von Metall dieses jederzeit zum aktuell geltenden Marktpreis über die LME verkaufen (market of last resort). Insgesamt bietet die Londoner Metallbörse drei Handels-Plattformen. Neben dem klassischen Ringhandel auch die elektronische Plattform LME-Select sowie den Telefonmarkt. Die Börse selbst ist nicht im Handel tätig. Sie stellt lediglich die Infrastruktur einer funktionsfähigen Börse zur Verfügung.

 

Andere Metallbörsen

Neben der LME existieren noch vier weitere bedeutende Metallbörsen. Die COMEX in New York, die SIMEX in Singapur sowie die SHFE in Shanghai und die KLTM in Kuala Lumpur.

New York Mercantile Exchange, COMEX:

Am 5. Juli 1933 entstand aus dem Zusammenschluss mehrerer kleinerer Börsen die New York Commodities Exchange (COMEX). Gehandelt werden vor allem Basismetalle, Edelmetalle und landwirtschaftliche Produkte. Die COMEX wurde am 3. August 1994 mit der New York Mercantile Exchange (NYMEX) verschmolzen, existierte dort aber als eigenständige Abteilung weiter. Ähnlich wie die LME verfügt auch die COMEX über lizenzierte Warenhäuser, in denen Metallvorräte eingelagert werden können und deren Bestände regelmäßig bekannt gegeben werden.

Indonesia Commodity and Derivatives Exchange, ICDX:

Die auch als PT. Bursa Komoditi dan Derivatif Indonesia (BKDI) bezeichnete Indonesia Commodity and Derivatives Exchange (ICDX) ist eine international bekannte Rohstoff- und Terminbörse mit Sitz in Indonesien. Gehandelt wird eine große Palette an Rohstoffen, speziell Gold und Zinn. Zu den ICDX Mitgliedern gehören Händler, Brokerhäuser sowie ausländische Händler.

Shanghai Futures Exchange, SHFE:

Die Shanghai Futures Exchange (SHFE) ist eine Rohstoffbörse nach chinesischem Recht. Gelistet sind unter anderem Gold, Silber und viele Nichteisen-Metalle. Insbesondere die Kupfernotierung spielt im weltweiten Handel eine Rolle. Die SHFE gerät in Fachkreisen immer wieder in die Kritik, da sie ausschließlich für chinesische Unternehmen zugelassen und wenig transparent ist. Ob die in Shanghai ermittelten Metallpreise wirklich den realen (heimischen) Markt abbilden oder vielmehr politisch beeinflusst sind, wird immer wieder kontrovers diskutiert.

Zinnbörse von Kuala Lumpur, KLTM:

Die Zinnbörse in Kuala Lumpur hat eine lange Tradition. Über viele Jahrzehnte hinweg wurde das Metall am Penang Physical Market gehandelt, ab 1980 an der Kuala Lumpur Commodity Exchange (KLCE). Der heutige Kuala Lumpur Tin Markt (KLTM) nahm den Handel am 1. Oktober 1986 auf. Die Börse ist ein physischer Zinnmarkt, an der Käufer und Verkäufer unmittelbar handeln, sofern sie bei der KLTM als Marktteilnehmer registriert sind. Während der Handel in früheren Zeiten durch Zuruf erfolgte – also ähnlich wie im Ring der LME – ist die KLTM seit September 2001 eine reine Online-Börse. Die werktäglich in US-Dollar veröffentlichten Notierungen finden auf dem internationalen Zinnmarkt Beachtung, wenngleich die Bedeutung der Zinnbörse von Kuala Lumpur für den europäischen Markt nur noch gering ist.

 

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Martin Bleeck
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ROHSTOFFPOLITIK

Rohstoffpolitik stellt fairen Handel in den Fokus

Der Arbeitsausschuss Rohstoffpolitik des VDM befasst sich mit Themen wie Zöllen, so genannten Konfliktmineralien und Marktverzerrungen zwischen Staaten. 

 

Rohstoffpolitik im internationalen Spannungsfeld

Im Fokus der Rohstoffpolitik steht der Zugang der produzierenden Wirtschaft zu metallischen Rohstoffen. Europäische Spitzenindustrien, wie Automobilkonzerne, Elektronikspezialisten oder Maschinenbauer sind fortwährend auf Nachschub unter anderem von metallischen Rohstoffen angewiesen, um produzieren zu können. Diese Rohstoffe stehen am Beginn einer weit verzweigten Wertschöpfungskette. Es braucht daher einen fairen und globalen Wettbewerb. Die Rohstoffpolitik der einzelnen Staaten steht daher im Fokus vielfältiger Aktivitäten des Verbandes Deutscher Metallhändler e.V. (VDM). 

Bei der Gewinnung und dem Import von metallischen Rohstoffen tragen die Unternehmen immer stärker Verantwortung für redliches und nachhaltiges Wirtschaften. Politische Aspekte wie die gesellschaftliche Akzeptanz von bzw. das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Rohstoffgewinnung bei gleichzeitig hohen Umwelt- und Sozialstandards, werden für die zukünftige Rohstoffgewinnung immer bedeutsamer. Ein weiterer bedeutender Aspekt beim Handel mit Metallen sind die formellen Aspekte – neben den zollrechtlichen insbesondere die exportkontrollrechtlichen Vorschriften. Dazu zählen etwaige Verbote oder Genehmigungspflichten im Rahmen der EG-Dual-use-Verordnung. Hier unterstützt der VDM mit seinem Arbeitsausschuss Rohstoffpolitik.

Umgang mit Konfliktmineralien

Der Handel mit Konfliktmineralien (Zinn, Tantal, Wolfram und Gold) ist am Beispiel der Demokratischen Republik Kongo sehr gut dokumentiert und dadurch auch das bekannteste Beispiel für diese Problematik. Durch den Verkauf der Mineralien wird ein Großteil der Erlöse der Rebellengruppe erzielt und damit die bewaffneten Konflikte finanziert und erhalten. Zahlreiche weitere Fälle gibt es in den Anrainerstaaten der DR Kongo. Vor diesem Hintergrund haben die Europäische Kommission und die Hohe Vertreterin der Union für Außen- und Sicherheitspolitik an der Entwicklung eines umfassenden EU-Rahmens für die verantwortungsvolle Beschaffung von Mineralien gearbeitet. In der Handlungsverantwortung stehen die Importeure dieser vier Metalle. Über die Offenlegung der Lieferkette, die Wahl der Lieferanten und eine Nachweispflicht über die Herkunft der eingesetzten Metalle entlang der Wertschöpfungskette soll der Handel mit diesen metallischen Rohstoffen eingedämmt bzw. unterbunden werden. Formalisiertes Ziel ist es, dass die Wirtschaftsbeteiligten ihre Beschaffungen und Verkäufe so überwachen und verwalten, dass sichergestellt ist, nicht zu Konflikten und deren negativen Auswirkungen beizutragen.

Im März 2014 veröffentlichte die EU-Kommission einen EU-Verordnungsentwurf zu den so genannten Konfliktrohstoffen oder Konfliktmineralien. Der Verordnungsentwurf sah die Schaffung eines Zertifizierungssystems für die europäischen Importeure von Zinn, Tantal, Wolfram und Gold (3T&G) aus Konflikt- und Hochrisikogebieten als „verantwortungsvolle Einführer“ vor. EU-Einführer, die sich für eine Selbstzertifizierung entscheiden, sind dann verpflichtet, die in der Verordnung beschriebenen Anforderungen in ihr Managementsystem zu integrieren und alle notwendigen Informationen offenzulegen. Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments haben den Vorschlag der Kommission grundlegend geändert und sich für eine verbindliche Einhaltung der Sorgfaltspflichten in der gesamten Lieferkette ausgesprochen. Damit unterliegen nicht nur die Importeure sowie Schmelzen und Raf-finerien, die diese Metalle einführen bzw. verarbeiten, der Nachweis- und Informationspflicht über die Herkunft der eingesetzten Metalle. Auch die nachgelagerten Industriezweige sind verpflichtet, die in der Verordnung beschriebenen Anforderungen in ihr Managementsystem zu integrieren und alle notwendigen Informationen zu beschaffen und offenzulegen.
Bei der anschließenden Debatte innerhalb der Ratsarbeitsgruppe hat sich wiederum die Mehrheit für eine Freiwilligkeit ausgesprochen. Nun muss in den folgenden Trilogverhandlungen ein Kompromiss zwischen den drei unterschiedlichen Positionen gefunden werden.

Zu den VDM-Rundschreiben

 

Eckpunkte einer Rohstoff- und Rcyclingstrategie für Europa

Bereits 2005 hat der VDM mit seiner Petersberger Erklärung „Deutschland braucht Rohstoffe, Deutschland braucht Metalle“ die Grundzüge seiner Rohstoffpolitik formuliert und seitdem kontinuierlich fortgeschrieben. Mit den aktuellen Eckpunkten einer Rohstoff- und Recyclingstrategie für Europa formuliert der VDM die aus seiner Sicht wichtigsten Punkte für 2016.

Eckpunkt 1: Wir brauchen einen freien und fairen globalen Wettbewerb

Das verknappte Angebot bestimmter wichtiger Rohstoffe an den Weltmärkten hat zu einer veränderten strategischen Handelspolitik einiger Länder geführt. So werden Exportrestriktionen wie Exportzölle und -steuern von einigen Ländern genutzt, um die Versorgungs-situation der heimischen Industrie zu verbessern. Importvergünstigungen oder Exportsubventionen zielen darauf ab, den heimischen Produzenten Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Diese staatlichen Handels- und Wettbewerbsverzerrungen stellen eines der größten Probleme für die Versorgung der europäischen bzw. deutschen Wirtschaft mit Rohstoffen dar. Verzerrende Maßnahmen widersprechen dem freien Welthandel, deshalb muss ihnen entschieden begegnet werden. Die Politik muss deshalb auf die Einhaltung der WTO-Regeln in allen Staaten drängen. Mineralische Rohstoffe werden zunehmend zu einem Spekulationsinstrument der Finanzmärkte. Die Folgen sind eine eingeschränkte physische Verfügbarkeit und volatile Preise. Dies gilt es zu beobachten, insbesondere mit Blick auf mögliche Marktverzerrungen und Marktmanipulationen. Wesentlich sind in diesem Zusammenhang auch unabhängige Börsen ohne staatlichen Einfluss.

Stichworte:

  • Einhaltung der WTO-Regeln
  • Abbau bestehender und Verbot neuer Handelshemmnisse (tarifär und nicht-tarifär)
  • Keine marktverzerrenden Subventionen und einseitigen Begünstigungen von Rohstoff-importen
  • Die zuständigen Behörden müssen weiter darauf hinwirken, rechtswidrige Exporte von Schrotten einzudämmen
  • Förderung eines multilateralen ordnungspolitischen Rahmens

Eckpunkt 2: Förderung des Recyclings

Das Recycling ist die sicherste und ökologisch beste Form der Rohstoffsicherung in Europa. Die Aufarbeitung der in Europa vorhandenen Schrotte ist effizient und energiesparend. Beispiel Kupfer: Die Recyclingrate steigt seit Jahren kontinuierlich.

Durch die unendliche Recyclingmöglichkeit von Metallen ohne jeglichen Qualitätsverlust und unter Einsatz lediglich eines Bruchteils des für die Primärerzeugung benötigten Energiebedarfs verbessert sich die Energiebilanz dramatisch. Die Energieeinsparung durch Recycling gilt für alle NE-Metalle, am herausragendsten ist diese beim Recycling von Aluminium. Es ist Aufgabe der Politik, das Recycling aktiv zu unterstützen und nicht, die Recyclingwirtschaft durch politische Eingriffe zu bevormunden.
Dies muss nicht notwendigerweise durch finanzielle Zuwendungen erfolgen, sondern in erster Linie durch politische Unterstützung, bürokratische Entlastung und ein strategisches Anreizsystem. So wäre es wünschenswert, das auch für Schrotte geltende Abfallrecht entsprechend anzupassen. Metallische Schrotte und Rückstände mit hohem positivem Marktwert erfordern nicht die gleichen staatlichen Umweltkontrollen wie herkömmliche Abfälle im eigentlichen Sinne. Hier sind Vereinfachungen für die Branche sinnvoll und möglich.

Stichworte:

  • Prüfen, wo eine abfallrechtliche Deregulierung Sinn macht
  • Keine Erschwernisse durch REACH etc.
  • Schnelle und unkomplizierte Genehmigungen für neue, der Gesetzgebung entsprechende Anlagen
  • Co2-Politik darf nicht kontraproduktiv zum Umweltschutz sein
  • End-of-Waste-Diskussion darf Recycling nicht behindern
  • Das Bewusstsein für Urban Mining stärken und aktiv fördern
  • Kohärente und belastbare Regelungen für eine langfristige Planungssicherheit schaffen
  • Die Verwertbarkeit einzelner Bestandteile im Produkt verbessern 
  

Eckpunkt 3: Wir brauchen eine Harmonisierung der Vorschriften in Deutschland, Österreich und innerhalb der Europäischen Union

Trotz vieler EU-Verordnungen und EU-Richtlinien ist der europäische Binnenmarkt weiterhin wenig homogen. Dies gilt in besonderer Weise für das Steuer- und das Umweltrecht. Der Teufel steckt hier im Detail und in der sehr unterschiedlichen Umsetzung von europäischen Richtlinien in die jeweilige nationale Gesetzgebung. Auch der Vollzug vor Ort weicht zum Teil gravierend voneinander ab. Das führt nicht nur zu Wettbewerbsverzerrungen, sondern auch zu einer großen Rechtsunsicherheit.

Stichworte:

  • Einheitliches und zweckmäßiges Umsatzsteuerrecht (Reverse Charge)
  • Europarechtlich einheitliche und widerspruchsfreie Umweltvorschriften
  • Einheitlicher Vollzug der Gesetze und Vorschriften durch die Behörden vor Ort
  • Klare, plausible und zielführende Kriterien für die Klassifizierung von Stoffen und Gemischen im Abfallrecht

Eckpunkt 4: Steigerung der Rohstoffeffizienz

Der Begriff „Rohstoffeffizienz“ findet sich in allen politischen Strategiepapieren. Er muss allerdings differenziert betrachtet und zweckmäßig verwendet werden. Denn weniger Metalleinsatz kann im Ergebnis auch einen Verlust der Fähigkeit zum Recycling bedeuten. Ein Beispiel: In elektronischen Geräten eingebautes Kupfer kann problemlos recycelt werden. Wird das Kupfer aus Gründen der Sparsamkeit aber nur noch leicht aufgesprüht, kann eine Wiedergewinnung unter Umständen wirtschaftlich und/oder technisch nicht mehr sinnvoll realisierbar sein - das Kupfer wäre dann verloren. Sowohl bei der Konzeption als auch bei der Herstellung von Produkten muss deshalb immer die Frage der Recyclingmöglichkeit berücksichtigt werden.

Stichworte:

  • Effizienterer Einsatz der Rohstoffe
  • Möglichkeit des Recyclings bei der Konzeption und dem Design von Produkten beachten
  • Recycling effizienter machen
  • Einsatzmenge von NE-Metallen optimieren, nicht pauschal minimieren
  • Durch den hohen Marktwert der verbauten Metalle bietet das Recycling Vorteile bei der Kostenstruktur

Eckpunkt 5: Politische Stärkung der Rohstoffpolitik

Die Bedeutung einer nachhaltigen und wirksamen Rohstoffpolitik für die ökonomische und ökologische Wettbewerbsfähigkeit in Europa und Deutschland muss gestärkt werden. Heute stehen wirtschaftliche Erwägungen meist hinter anderen politischen Prämissen zurück. Hier muss es ein Umdenken geben. Beispiel: Wer Rohstoffe fördert oder aufbereitet, muss in die Lage versetzt werden, die dazu notwendige Energie zu wettbewerbsfähigen Preisen zu beziehen. Eine Besteuerung der Energie zur Förderung anderer politischer Ziele ist in diesem Zusammenhang kontraproduktiv. Die Politik muss die NE-Metall-Industrie im Hinblick auf die immer stärker ausgeprägte Angebotskonzentration bei der Produktion und dem Handel von mineralischen Rohstoffen unterstützen. Denn die Sicherung unserer Rohstoffversorgung dient dem Gemeinwohl.

Stichworte:

  • Gleiche Gewichtung zwischen Umwelt und Rohstoffnutzung
  • Sicherstellung einer finanzierbaren Energieversorgung zu international wettbewerbsfähigen Preisen
  • Unterstützung bei der Erschließung heimischer Abbaugebiete
  • Staatliche Unterstützung beim Aufbau von Unternehmensbeziehungen in Länder, die Rohstoffe abbauen

Eckpunkt 6: Unausgewogene und vorschnelle Entscheidungen bei der Gesetzgebung vermeiden

Eine sichere Rohstoffversorgung erreicht man nicht mit neuen staatlichen Eingriffen und Regularien. Ziel muss der Erhalt einer geschlossenen Wertschöpfungskette sein, von der Sekundärrohstoffbereitstellung bis zur -verarbeitung in unseren modernen und beispielhaften Anlagen. Aktionismus bei neuen Richtlinien und Verordnungen schadet der gesamten Volkswirtschaft. Der Dialog mit der Branche im Prozess der Gesetzgebung ist unerlässlich.

Stichworte:

  • Keine weiteren bürokratischen Auflagen und Hürden für Rohstoffhandel und Recycling
  • Transparenzregeln für Rohstoffimporte zweckmäßig gestalten
  • Herkunftsnachweise für die eingesetzten Rohstoffe innerhalb der Wertschöpfungskette sind kein Ersatz für Politik
  • Doppelte Zertifizierungs- und Berichtspflichten im Zusammenhang mit bestehenden Initiativen und künftigen Handelsabkommen verhindern
  • Keine staatlichen oder kommunalen Interventionen in die bewährten Recycling-strukturen
  • Unbestimmte Rechtsbegriffe führen zu Unsicherheit und behindern eine rechtssichere Abgrenzung

 

 

 

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Kupferabbau in der Atacama-Wüste (Chile)

 

Chuqicamata-Mine in Chile

 

Probenahme

 

Kupferschrott in der Schmelze


ELEKTROALTGERÄTE

Bis in die 70er Jahre verstand man unter Elektroaltgeräten defekte elektrische Haushalts-, Radio- und Fernsehgeräte. Elektronikaltgeräte kamen erst später dazu. In den 1980er Jahren veränderte sich die Zusammensetzung des Abfallstroms mit dem Siegeszug der Computertechnologie dramatisch. Obwohl Elektronik- und Elektroschrott rein rechtlich Abfall darstellt, sind Elektroaltgeräte eine wichtige Rohstoffquelle, die wertvolle Metall- und Eisenfraktionen enthält. Diese in den Geräten enthaltenen NE-Metalle werden von den Mitgliedsunternehmen des Verbandes Deutscher Metallhändler (VDM e.V.) ebenso recycelt wie Kunststoffe oder andere Materialfraktionen. Dabei hat Umweltschutz oberste Priorität. Den rechtlichen Rahmen für den Umgang mit Elektroaltgeräten bildet die Europäische Elektro- und Elektronik-Altgeräte-Richtlinie (WEEE), welche in Deutschland und Österreich durch ergänzende nationale Vorschriften umgesetzt wurde. 

 

Qualitätsgemeinschaft Elektroaltgeräte

In der Qualitätsgemeinschaft Elektroaltgeräte sind diejenigen Mitgliedsunternehmen des VDM organisiert, die die umweltgerechte Erfassung und das Recycling von Elektronik- und Elektroschrott zu ihrem Schwerpunkt gemacht haben. Die Gruppe repräsentiert den Handel ebenso wie Recyclingbetriebe und Hütten. Sie bildet ein dichtes Netzwerk zur Bewältigung der logistischen Herausforderungen von Herstellern und Handel sowie zur flächendeckenden Entsorgung. 

 

RECYCLING VON ELEKTRONIK- UND ELEKTROSCHROTT

Kürzere Produktlebenszeiten und höhere Innovationsgeschwindigkeiten führen zu kontinuierlich wachsenden Elektronikschrottmengen. Jährlich werden allein in Deutschland rund zwei Millionen Tonnen Elektronikgeräte in den Verkehr gebracht. Denn die Zeit seit der Jahrtausendwende steht ganz im Zeichen des Mobilfunks und der nahezu kompletten elektronischen Vernetzung: Mitte 2015 waren allein in Deutschland 46 Millionen Smartphones im Einsatz, Tendenz steigend.

 

Elektroschrott-Recycling: Gewinnung von Wertstoffen

Ziel der Mitgliedsunternehmen des VDM ist, metallhaltige Abfälle wie Elektronik- und Elektroschrott aus den unterschiedlichsten Wirtschaftsbereichen derart aufzuarbeiten, dass eine größtmögliche Menge an Wertstoffen gewonnen und in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden kann. Zahlreiche Faktoren (beispielsweise Standortbedingungen) bilden für die Betriebe eine entscheidende Rolle, wenn es um die Entwicklung der besten Technik zur Entsorgung von Elektronik- und Elektroschrott geht. Die komplexen Aufbereitungsanlagen für Elektroaltgeräte können eine große Bandbreite an Inputmaterial effektiv behandeln und die am Markt nachgefragten Materialqualitäten erzeugen.

Zum Download: Beste verfügbare Technik

 

ELEKTRO- UND ELEKTRONIKGERÄTEGESETZ

Mit Inkrafttreten des neuen Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) am 24. Oktober 2015 wurden die gesetzlichen Vorgaben für die Branche grundlegend novelliert. Diese Novellierung diente der Umsetzung der Europäischen Elektro- und Elektronik-Altgeräte-Richtlinie (WEEE). Die Novellierung eines der grundsätzlichen Regelwerke für die Aufbereitung von Elektronik- und Elektroschrott stellt die Branche vor viele neue Herausforderungen. Die Unternehmen, welche sich in der Qualitätsgemeinschaft Elektroaltgeräte engagieren, arbeiten gemeinsam daran, für die Umsetzung der neuen Vorgaben praxistaugliche und umweltschonende Lösungen zu finden.  

 DER METALLHANDEL Schwerpunktheft Elektroaltgeräte

 

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Leiterplatten

 

Klassischer Elektroschrott

 

Handyschrott


KABELZERLEGUNG

Der in Altkabeln enthaltene Metallgehalt ist viel höher als der in Erzen. Das fachgerechte Kabelrecycling ist deshalb ökologisch und ökonomisch bedeutsam. Allein in Deutschland fallen jedes Jahr circa 150.000 Tonnen Altkabel an. Dabei sind die Formen, in denen sie aufkommen, ebenso vielfältig wie die Bereiche, aus denen sie stammen: Uralte Energie- und Kommunikationskabel, Altkabel aus dem Abbruch oder und im Laufe verschiedener Produktionsprozesse ausgesonderte Neukabel und andere Fehlchargen, um nur einige Beispiele zu nennen. Altkabel, die heute durch die Kabelzerlegung laufen, können bis zu 100 Jahre alt sein.

Im Laufe der Jahre hat sich die Zusammensetzung der verschiedenen Kabelsorten immer wieder verändert. Es gibt neben den Metallen Kupfer, Aluminium, Stahl und Blei vor allem bei Isoliermaterial sehr viele Varianten. Aus diesem Grund sind für eine fachgerechte Zerlegung eine aufwändige Zerlegetechnik und ein hohes Maß an technischem Wissen von Nöten. Dieser Aufwand lohnt sich aber, denn durch effektives Kabelrecycling können natürliche Ressourcen geschont werden.

 

Rohstoffgewinnung durch Kabelrecycling

Das Kabelrecycling ist ein industrieller Prozess. Bereits beim Eingang des Materials ist Sachkunde unumgänglich, da das Material sortiert und klassifiziert werden muss. Moderne Anlagen zur Kabelzerlegung können die Herausforderungen, welche sich mit den immer neuen Entwicklungen in der Kabelzusammenstellung ergeben, bewältigen. Reine Metallgranulate bilden dabei meist das Resultat des Kabelrecycling-Prozesses.

Granulate, die bei der Kabelzerlegung gewonnen werden, erreichen primärstoffgleiche Materialreinheit von bis zu 99,9 Prozent und entsprechen daher auch in ihren Anwendungsmöglichkeiten denen der Primärrohstoffe. Hochwertiges Kupfergranulat wird zum Beispiel als Kathodenersatz in Halbzeugwerken und Gießereien verwendet, während Aluminiumgranulate in der Stahlindustrie Einsatz finden.

Auch die Kunststofffraktionen werden aufbereitet. Teilweise stellen die Unternehmen der Kabelzerlegung sogar Endprodukte aus den gewonnenen Kunststoffen her. Die stetige Weiterentwicklung der Anlagentechnik bildet dabei sowohl für den Umwelt- als auch den Arbeitsschutz eine wichtige Rolle und wird durch die Unternehmen in der Qualitätsgemeinschaft Kabelzerleger gewährleistet.

 

Qualitätsgemeinschaft Kabelzerleger im VDM

Die Mitglieder der Qualitätsgemeinschaft Kabelzerleger des VDM verfügen alle über eigene Zerlegeanlagen. Diese arbeiten auf hohem technischen Niveau. Regelmäßige Audits stellen sicher, dass strenge Umweltstandards eingehalten werden. Die Qualitätsgemeinschaft Kabelzerleger lehnt Exporte von Altkabeln in Länder, deren Umwelt- und Arbeitsschutzvorschriften weniger streng als in der EU sind, ab. Themen der Qualitätsgemeinschaft Kabelzerleger sind technische Standards, Klassifizierungen und aktuelle Umweltvorschriften.

 

Umweltschutz im Kabelrecycling

Umweltschutz ist von großer Bedeutung für die kabelzerlegenden Unternehmen. Schon allein durch die Tatsache, dass sie Altkabel zerlegen und wiederverwerten, leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Bei der Kabelzerlegung, dem Kabelrecycling und der daraus resultierenden Gewinnung wichtiger Rohstoffe, wird nur ein Bruchteil der Energie benötigt, die aufgewendet werden muss, um im Rahmen von Primärerzeugung Metalle aus Konzentraten und Erzen zu erzeugen. So werden Energie und Ressourcen gespart und die Umwelt geschont.

Für die Mitglieder der Qualitätsgemeinschaft Kabelzerleger hat der Umweltschutz höchste Priorität. Um in der Qualitätsgemeinschaft Mitglied zu sein, wird – neben der Mitgliedschaft im VDM – ein Qualitätsmanagement, sowie für deutsche Betriebe die Zertifizierung zum Entsorgungsfachbetrieb vorausgesetzt.

Broschüre Qualitätsgemeinschaft Kabelzerleger im VDM (PDF)

 

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Kupferkabel

 

Kabelrecycling

 

Altkabel


UMWELT & RECYCLING

Metallrecycling hat unter anderem für die Automobilindustrie eine enorme Bedeutung. Zudem spielt der Umweltschutz eine zentrale Rolle.

 

Höchste Umweltstandards im Metallrecycling

Die wichtigste Rohstoffquelle Europas heißt heutzutage: Metallrecycling. Metalle werden nicht verbraucht, sondern gebraucht und können nach Ablauf ihres Verwendungszwecks wiederverwendet werden. Der Umweltschutz spielt im Metallrecycling eine zentrale Rolle. Die Palette reicht vom Abfallrecht über Themen wie Luft, Wasser und Boden bis hin zum Chemikalienrecht. Heute erfüllen die Mitgliedsunternehmen des VDM die höchsten Umweltstandards weltweit, zahlreiche Audits und Zertifikate belegen dies. Die staatlich zugelassene, branchenbezogene Entsorgergemeinschaft ESN zertifiziert unsere Unternehmen zum Entsorgungsfachbetrieb. Der VDM Umweltausschuss hat die aktuellen Themen im Blick und begleitet die Unternehmen in der Praxis.

Gemäß den Klassifizierungen für NE-Metallschrott ist radioaktiv kontaminiertes Material von jeglicher Lieferung ausgeschlossen. Eine Überprüfung von Schrott auf radioaktive Belastungen ist deshalb wichtig. Der VDM hat zusammen mit dem Verband Deutscher Ingenieure e.V. (VDI) eine Richtlinie erarbeitet, die hier praktische Hilfestellung leisten will.

 

Funktion des Handels beim Metallrecycling

Aufgabe des Metallhandels ist es, Schrotte in großen Partien für die Abnehmer, beispielsweise Hütten oder Halbzeugwerke, verfügbar zu machen. Nach dem Ankauf der Ware erfolgt deshalb in der Regel eine Verwertung. Diese beginnt meist mit einer Sortierung, beispielsweise gemäß den Klassifizierungen des Metallhandels (UKM) oder nach den jeweiligen Vorgaben der Abnehmer. Dabei sind oft weitere Behandlungsschritte, wie das Zerkleinern, Pressen und Schneiden erforderlich, um den Anforderungen der Kunden gerecht zu werden.

Erfolgreiches Recycling ist nur möglich, wenn die staatlichen Rahmenbedingungen stimmen. Hierzu gehört auch, dass gut funktionierende, privatwirtschaftlich geführte Unternehmen nicht immer dann von den Kommunen verdrängt werden, wenn der Staat zusätzliche Einnahmequellen sieht. Das gesetzlich mögliche Verbot der gewerblichen Sammlung ist deshalb abzulehnen. 

Broschüre Jahresbericht 2015/16 (PDF)

 

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Recyclingunternehmen

Metallspäne


KLIMASCHUTZ

Die Unternehmen der Metallrecyclingbranche tragen wesentlich zum Gelingen der Energiewende und zum Klimaschutz bei

 

Metallrecycling ist aktiver Klimaschutz

Ohne Metallrecycling und Metallhandel keine Energiewende. Die Unternehmen der Metallwirtschaft liefern heute den entscheidenden Beitrag zur Transformation Deutschlands in eines der energie- und ressourceneffizientesten Länder der Welt. Und sie leisten einen enormen Beitrag zum Klimaschutz. Einen bedeutenden Anteil daran hat die NE-Metall-Recycling-Wirtschaft, die im VDM organisiert ist, in dem sie den Sekundärrohstoff Schrott in höchster Qualität zur nachhaltigen Wiederverwendung dem Wirtschafts­kreislauf zur Verfügung stellt. Dadurch werden Ressourcen geschont und große Mengen CO2 eingespart.

Ohne Metalle wie Aluminium, Kupfer, Blei und andere wäre beispielsweise die Energie­wende nicht denk­bar. So sind allein im Generator einer Windkraftanlage bis zu fünf Tonnen Kupfer verbaut, zusammen mit weiteren Anschlussleitungen stecken bis zu acht Tonnen Kupfer in einer Windkraftanlage. Schon das Rohkupfer hat dabei hierzulande im Schnitt einen Recyclingan­teil von rund 45 Prozent, da Pri­märkupfer und Recyclingkupfer sich in der Qualität nicht un­terscheiden. Bei der Herstellung einer Tonne Recycling-Kupfer entstehen – gegenüber dem Primär­prozess – 62 Prozent weniger CO2.

Durch das Recycling von NE-Metallen stößt Deutschland jährlich rund acht Millionen Tonnen weniger CO2 aus und ist auf dem besten Weg zu einer ressourcenschonenden und nachhaltigeren Industrieproduktion. Das Recycling von Metallen ist aktiver Klimaschutz:

 

Das bedeutet für folgende Metalle im Einzelnen:

  • 1. Aluminium: Bei der Herstellung von Aluminium werden durchschnittlich 66% Recyclingmaterial eingesetzt. 75% des je geförderten Aluminiums befindet sich noch im Umlauf. Vorteil für die Umwelt: Pro Einsatz einer Tonne recyceltem Aluminium werden zehn Tonnen CO2 eingespart – gegenüber dem Primärprozess entspricht das einer Einsparung von 85%. Die Herstellung einer Tonne Aluminium aus Sekundärstoffen benötigt nur rund 5% der Energiemenge, die zur Erzeugung des Metalls aus Bauxit benötigt wird.
  • 2. Kupfer: 35% des produzierten  Kupfers weltweit stammt aus dem Recycling von Kupferschrott, in Europa rund 40%, in Deutschland sogar 45%. Fast vier Fünftel des je geförderten Kupfers befindet sich noch im Umlauf. Vorteil für die Umwelt: Pro Tonne Kupfer aus recyceltem Material ergibt sich eine beträchtliche CO2-Ersparnis von 3,42 Tonnen, das bedeutet 62 % gegenüber dem Primärproduktionsprozess. Zudem werden durch das Recycling von Kupfer je nach Material und Verfahren etwa 80% Energie gegenüber der Produktion aus Primärmaterial gespart.
  • 3. Blei: 69% des Bleis aus Deutschland stammt bereits heutzutage aus sekundären Rohstoffen. Vorteil für die Umwelt: Je nach Material und Verfahren bedeutet dies bis zu 80% Energieersparnis gegenüber der Produktion aus Primärmaterial

 

METALLE PRO KLIMA - eine Initiative der WVM (Weiterleitung zur Website)

 

Urban Mining: die Stadt als Rohstoffmine

Urban Mining – die Rückgewinnung von Rohstoffen aus den Abfällen der Städte - spielt heute bei der nachhaltigen Nutzung von Metallen eine wichtige Rolle.

Unsere Städte sind Rohstofflager der anderen Art

Rohstoffe sind ein knappes Gut, das durch das Wachstum der Weltbevölkerung immer begehrter wird. Umso wichtiger ist es, nachhaltig und ressourcenschonend zu produzieren und zu konsumieren. Dazu gehört auch, die Rohstoffe aus den Abfällen von Städten zurück zu gewinnen und so zu recyceln, dass daraus wieder neue Produkte, Gebäude oder Anlagen entstehen können. Das nennt man Urban Mining.

Die Recyclingunternehmen, die im VDM Mitglied sind, liefern durch ihre Arbeit einen wichtigen Beitrag zu Wiederverarbeitung, Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Dabei wird die gesamte Palette im Kreislauf der Metalle von den Mitgliedsunternehmen des VDM abgedeckt. Dazu gehören Erfassung, Logistik, Aufbereitung, Sortierung und Handel.

 

Die Bedeutung von Urban Mining

Ein wichtiges Zukunftsthema des VDM und seiner Mitgliedsunternehmen ist das sogenannte Urban Mining. Da immer mehr Menschen in Städten leben, schreitet die Verstädterung (Urbanisierung) voran. Anthropogene Lager, also alle vom Menschen erzeugten und genutzten Produkte, wachsen stetig, während Lagerstätten an natürlichen Rohstoffen schrumpfen. Mittlerweile sind viele Ressourcen in größerem Umfang in Städten verbaut oder in Konsumgütern in Nutzung, als weltweit in Rohstoffvorkommen zu finden sind. Hier spricht man von urbanen, also städtischen, Minen.

Um Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu fördern, gilt es, diese urbanen Minen zu erschließen, die darin verborgenen Rohstoffe zu gewinnen und mit ihrer Hilfe einen nachhaltigen Wirtschaftskreislauf zu fördern. Folgende Beispiele zeigen die Bedeutung von Urban Mining: allein in Deutschlands Wohnbauten stecken 10,5 Milliarden Tonnen an mineralischen Baustoffen. In einem einzigen Windrad sind rund acht Tonnen Kupfer verarbeitet, bei großen Offshore- Anlagen bis zu 30 Tonnen. Für den Bau eines Elektrofahrzeugs werden etwa 100 Kilogramm Kupfer benötigt, rund doppelt so viel wie für einen herkömmlichen Mittelklassewagen. Der Aluminiumanteil in einem Pkw liegt heutzutage bei rund 160 kg Aluminium pro Auto – ein großer Teil kommt bereits aus recyceltem Aluminium. Vor allem in Haushalten gibt es noch ungeahntes Potential. Etwa zwei Millionen Tonnen Elektro- und Elektronikschrott (E-Schrott) fallen pro Jahr in Deutschland an. Doch recycelt wird davon nur die Hälfte. Die andere Hälfte horten Verbraucher oder werfen sie in den Hausmüll.

Bisher finden die in langlebigen Gebrauchsgütern gebundenen Ressourcen nur begrenzt Berücksichtigung beim Recycling. Zwar nimmt Deutschland eine Vorreiterrolle beim Metallrecycling ein und die Wiederverwertungsquoten sind so hoch wie nirgendwo sonst auf der Welt, dennoch geht bei den bekannten und eingesetzten Recyclingprozessen immer noch zu viel Material verloren. Umso wichtiger ist es, das Potenzial von Urban Mining auszuschöpfen, um diesen Verlust auszugleichen und Nachhaltigkeit zu fördern. Hierbei unterstützt der VDM seine Mitgliedsunternehmen und sensibilisiert sie für das Potenzial von Urban Mining.

Broschüre VDM zu Urban Mining (PDF)

 

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Martin Bleeck
Fachbereich Handels- und Rohstoffpolitik

Telefon +49 30 259 37 38 - 23

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Seestadt - Urban Mining

 

Treppe Gleisdreieckpark - Urban Mining

 

Völklinger Hütte - Urban Mining

 

Völklinger Hütte - Urban Mining

 

Völklinger Hütte - Urban Mining

 

Völklinger Hütte - Urban Mining


NE-METALLE

Nichteisenmetalle (NE-Metalle) sind vereinfacht ausgedrückt, alle Metalle außer Eisen. Dazu gehören auch Metalllegierungen, in denen Eisen nicht als Hauptelement enthalten ist bzw. der Anteil an Reineisen (Fe) 50 Prozent nicht übersteigt.

Beispiele für NE-Metalle sind Aluminium, Blei, Kupfer, Nickel, Zink und Zinn. Diese Metalle lassen sich auch unter dem Oberbegriff Basis- oder Industriemetalle zusammenfassen. Zu den klassischen NE-Legierungen zählen u. a. Messing und Bronze. NE-Metalle werden auch häufig als Buntmetalle bezeichnet. Hinzu kommen die so genannten Nebenmetalle und Seltenen Erden, die unter den Oberbegriff Strategische Sondermetalle fallen.

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BASISMETALLE

Aluminium – Al

Aluminium ist das bei weitem am häufigsten verarbeitete NE-Metall. Ausgangsmaterial zur Aluminiumherstellung ist das Erz Bauxit. Hauptlagerstätten liegen in Australien, Westafrika, Jamaika und Brasilien. Gewichtsersparnis, Stabilität, Strom- und Wärmeleitfähigkeit, Beständigkeit gegen Umwelteinflüsse zeichnen dieses Metall aus.

Mit einer Häufigkeit von 7,57 Gewichtsprozent ist Aluminium nach Sauerstoff und Silicium das dritthäufigste Element der Erdkruste und das häufigste Metall. Es weist nach Silber, Kupfer und Gold die höchste elektronische Leitfähigkeit auf. Die Festigkeit des reinen Aluminiums ist relativ gering, durch Zusatz von Legierungselementen kann die Festigkeit jedoch deutlich erhöht werden. Der leichte und doch feste, rostfreie Werkstoff verringert das Eigengewicht von Autos, Schienenfahrzeugen, Flugzeugen und Schiffen. Damit trägt er dazu bei, Energie zu sparen und Emissionen zu reduzieren. Aluminium kommt aber auch im Haus zum Einsatz bei Fenstern, Fassaden, Dächern und Treppen. Man findet Aluminium im gesamten Alltag – sei es die Bratpfanne, Schilder oder in Form von Verpackungen, wie Dosen oder Folien, die unsere Lebensmittel frisch halten.

Recycling: Die Eigenschaften von Aluminium als Werkstoff werden auch nach der Nutzung in einem Produkt nicht beeinträchtigt. Aluminium kann daher bei entsprechender Aufbereitung beliebig oft und ohne Qualitätsverlust wiederverwertet werden. Die meisten Schrotte werden zu Masseln (kleine Barren) verarbeitet, aus denen anschließend qualitativ hochwertige Aluminiumgussstücke hergestellt werden. Sofern die Schrott-Charge aus der mehr oder weniger gleichen Legierungsart besteht, stellt die Aluminiumindustrie daraus Knet-legierungen, Strangpressbarren und Walzbarren her. Aluminiumschrott kann je nach Mischung und Zusammensetzung des Schrotts umgeschmolzen werden. Aufgrund des niedrigen Schmelzpunktes sind nur 5 Prozent der ursprünglich eingesetzten Energie beim Recycling von Aluminium erforderlich.

 

Kupfer – Cu

Kupfer ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Das rötliche Buntmetall kommt in der Natur als gediegenes Metall (d.h. es ist ein in reiner Form und nicht als Verbindung vorkommendes Metall) vor. Zur Gruppe der größten Kupferproduzenten zählen die USA, Chile, Japan und China.

Aufgrund seiner hohen elektrischen Leitfähigkeit ist es der ideale Transporteur für Strom, Wärme und Informationen. Kupfer findet sich daher in Kabeln, Leitungen und Wicklungen. In Kraftfahrzeugen wird es für Bremsleitungen und elektrische Antriebe verwendet, im Bauwesen wird es als Dach-, Dachrinnen- und Fassadenmaterial eingesetzt. Kupfer wird genauso in Heizungsanlagen und bei Sanitärinstallationen genutzt, und wegen seiner Beständigkeit und gesundheitlichen Unbedenklichkeit auch für die öffentliche Trinkwasserversorgung. So kommt es auch als Messing (Kupfer-Zink-Legierung) in öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln für Haltegriffe und Türklinken zum Einsatz, um die Übertragung von Krankheitskeimen zu verhindern, da viele Bakterien durch Kupfer im Wachstum gehemmt werden. Zudem ist Kupfer ein traditionelles Münzmaterial und auch bei der künstlerischen Gestaltung ein beliebter Werkstoff. Kupfer spielt insbesondere im menschlichen Stoffwechsel als lebenswichtiges Spurenelement eine wichtige Rolle bei der Energiegewinnung.

Recycling: Kupfer ist - aufgrund seiner Reinheit durch das Elektrolyse-Verfahren - beliebig oft ohne jeglichen Qualitätsverlust recycelbar. Mehr als 80 % des jemals geförderten Kupfers sind heute noch im Kreislauf.Kupfer- und Kupferlegierungsschrotte werden Hütten-, Schmelz- und Verarbeitungswerken zugeführt, die mit modernsten Produktions- und Umweltschutztechnologien arbeiten. Einen wesentlichen Anteil beim Kupferrecycling macht die Zerlegung von alten Kabeln und Leitungen aus. Sie verbergen unter ihrer Ummantelung einen Kern aus Kupfer von höchster Reinheit. Mühlen zerschneiden die alten Kunststoffkabel und -Leitungen in kleinste Teile. Umweltfreundliche Verfahren trennen die entstehende Mischung aus Kunststoff und Kupfer und führen das rote Metall dem Kreislauf wieder zu. Einen weiteren großen Anteil an der Kupferrückgewinnung haben u. a. ausgediente Kupferrohre, Kupferstangen, Kupferbleche und –Bänder. Das Recycling von Kupfer kann als größte und wirtschaftlichste Kupfermine bezeichnet werden.

 

Blei – Pb

Blei ist ein vielseitiges Metall. Es zählt zu den ältesten und wichtigsten Gebrauchsmetallen. Die größten Bleierzlagerstätten befinden sich in Australien, USA, GUS, Kanada, Mexiko, Peru, China, Spanien, Polen, Irland und Schweden. Die bedeutendste Quelle für Blei ist heute aber das Recycling alter Bleiprodukte.

Blei weist eine außergewöhnlich gute Umformbarkeit auf – es kann daher gut gewalzt und gepresst werden. Aufgrund der Bildung von passivierenden unlöslichen Schichten ist Blei beständig gegen Schwefelsäure, Fluss- und Salzsäure. Sein größtes Anwendungsgebiet ist die Energiespeicherung in Akkumulatoren: z. B. den Au­tostarterbatterien. Blei schützt aufgrund seiner hohen Dichte vor unerwünschter Strahlenbelastung bei Röntgenaufnahmen oder auch gegen radioaktive Strahlenbelastung. Isolierungen aus Blei dämpfen Ge­räusche und Lärm, Bleibleche isolieren unsere Gebäude. In der Industrie werden Apparate und Rohrleitungen mit Blei ausgekleidet. Bleipigmente in der Farbe schützen Stahlbauwerke gegen Witterungseinflüsse. Bleioxide verbessern die Glasqualität in der optischen Industrie und erhöhen den Glanz der Kristallgläser.

Recycling: Der Metallhandel erfasst Bleischrotte u. a. in Form von Blechen, Rohren und Kabelmänteln. Die weitaus größte Menge entfällt auf gebrauchte Starterbatterien. Mit modernsten techno­logischen Verfahren werden Bleigitter, Altblei, Bleipaste sowie blei- und zinnhaltige Rück­stände wie Aschen, Gekrätz oder Schlämme bei ca. 1.200 °C in verschiedenen Öfen einge­schmolzen. In der sich oft anschließenden Raffination werden metallische Verunreinigungen aus dem Werkblei oder Mischzinn entfernt und kundenspezifische Legierungen hergestellt. Durch gezielte Zugaben von Arsen, Antimon, Zinn, Kupfer, Selen, Kalzium, Aluminium oder Silber entstehen präzise definierte Legierungen. Das fertig raffinierte Blei wird zu Barren ge­gossen.

 

Nickel - Ni

Nickel ist ein silberweißes, hartes Metall und aufgrund seiner hohen Festigkeit und Korrosionsbeständigkeit auch bei hohen Temperaturen ein bedeutendes Legierungsmetall: Schon geringe Nickelzusätze erhöhen die Festigkeit und Zähigkeit von Stahl.

Stahl in Verbindung mit Nickel wird zu Edelstahl „rostfrei“, ist äußerst widerstandsfähig gegen Rost, Hitze und Säure. Mehr als die Hälfte des weltweiten Nickelbedarfs dient zur Herstellung und Veredlung nichtrostender Stähle: zum Beispiel für Geschirrspüler, Kochgeschirr, Bierfässer, Rolltreppen, Tankwagen und medizinische Instrumente. Nickel ist ebenso Basismetall für Hochleistungs- und Superlegierungen. Deshalb werden diese Legierungen für besonders anspruchsvolle Anwendungen eingesetzt: in der chemischen und petrochemischen Industrie, in der Energie- und Umwelttechnik, in Luft- und Raumfahrt sowie in der Elektrotechnik und Elektronik. Nickel ist ein Metall der tausend Möglichkeiten. So dienen galvanoplastische Nickelformen als Matrizen zum Pressen von CDs und ähnlichen Datenträgern. Auch zahlreiche Münzen werden aus nickelhaltigen Materialen unterschiedlicher Werkstoffgruppen hergestellt.

Recycling: Da Nickel überwiegend als Legierungsmetall verwendet wird und deshalb nur selten in seiner ursprünglichen Einsatzform zurückgewonnen wird, sind seriöse Recyclingquoten kaum zu ermitteln. Da Nickel aber vor allem in der Stahlveredlung eingesetzt wird, sind Edelstahlschrotte auch die ergiebigste Altmetallquelle. Bei der Herstellung und Verschrottung von Anlagen und Einrichtungen in der chemischen Industrie, der Lebensmittel- und Haushaltsindustrie sowie im medizinischen Bereich fallen große Mengen Edelstahlschrott in den unterschiedlichsten Zusammensetzungen an. Schätzungen gehen davon aus, dass rund die Hälfte des in Deutschland hergestellten Edelstahls aus diesen Schrotten gewonnen wird. Vor dem erneuten Wiedereinschmelzen in den Edelstahlwerken stehen auch hier das Sammeln, Sortieren und Aufbereiten der verschiedenen Sorten durch den Metallhandel. Die Behandlung von Schrotten, die neben hohen Nickelanteilen auch andere wertvolle Metalle enthalten, erfordert umfangreiche Materialkenntnisse und spezielle technische Einrichtungen.

 

Zink - Zn

Zink ist eines der häufigsten, natürlichen Elemente in der Erdkruste. Im alltäglichen Leben haben wir jeden Tag Kontakt mit Zink. Ob in der Nahrung, in Cremes, in Autos, Luftballons, Hausfassaden oder Wasserhähnen. Zink ist allgegenwärtig. Gefördert wird es hauptsächlich in den USA, Australien, der GUS und Polen.

Zink ist eines der am vielfältigsten einsetzbaren NE-Metalle. Es ist wertvoller Werkstoff für Bau, Architektur, Automobilproduktion sowie für die chemische und pharmazeutische Industrie. Feuerverzinken ist der beste Korrosionsschutz für Stahl. Wartungsfreiheit und der vielfältige Einsatz in sämtlichen Bereichen unseres täglichen Lebens machen Zink so besonders.

Viele Präzisionsteile des Autos sind aus Zinkdruckguß. Zinkoxid steigert u. a. die Haltbarkeit von Autoreifen, verbessert die Eigenschaften von Glas-, Emaille- und Keramikprodukten und ist Bestandteil in Klebebändern. Als Baustoff finden Zinkbleche für Dächer, Fassaden, Dachrinnen, und Regenfallrohre Anwendung. Aus der Verbindung von Kupfer und Zink entsteht Messing, das als Werkstoff für Badezimmerarmaturen sowie Kühler in Nutzfahrzeugen, in Lampen und für vieles mehr Verwendung findet.

Recycling: Sekundärrohstoffe aus Zink fallen in vielerlei Form an. Sie sind das Ausgangsmaterial der Sekundär-Zinkhütten: Zinkaschen, Schlacken und Hartzink als Rückstände aus Verzinkereien. Beim Schreddern von Kraftfahrzeugen und Haushaltsgeräten fällt Zinkschrott an. Alte Dachrinnen und Regenfallrohre finden den Weg vom Altmetallhändler, um von dort zur Zinkhütte oder zu einem Schmelzwerk weitergeleitet zu werden. Messingspäne müssen vor dem Einsatz in speziellen Aufbereitungsanlagen von Anhaftungen gereinigt, entölt und getrocknet werden. Zinkhaltige Legierungen werden als solche neu eingesetzt. Moderne Verfahren gewährleisten so eine umweltverträgliche Kreislaufführung von Zink aus Schrotten und Rückständen. So z. B. die Verwertung zinkhaltiger Stäube, die bei der Abgasreinigung der Elektrostahlwerke in Filtern abgeschieden werden.

 

Zinn - Sn

Zinn ist ein silberweiß glänzendes und relativ weiches Nichteisen-Metall. Es lässt sich mit dem Messer leicht ritzen und kann zu hauchdünnen Folien auswalzt werden. Zentren des Zinnbergbaus liegen in China, in den Ländern Südostasiens (wie Malaysia, Indonesien und Thailand) sowie in Brasilien und Bolivien.

Zinn veredelt Stahlblech zu sog. Weißblech. Ausgestanzt und zusammengefügt entsteht eines der bekanntesten Produkte, bei denen Zinn mit von der Partie ist: die Konservendose – auf diese Weise werden unsere Nahrungsmittel konserviert. Zinnchemikalien schützen Kunststoffe vor Beeinträchtigungen durch Hitze und Licht und erhalten die Durchsichtigkeit des Materials. Im Auto macht eine geringe Zinnzugabe Zylinderblöcke, Kolbenringe und Kupplungsplatten widerstandsfähiger. Mit einer Verbindung aus Zinn und Blei (Weichlote) werden elektrische Anschlüsse, Autokühler und andere Behälter gelötet. Damit Motorenlager verschleißfest höchsten Beanspruchungen und Drehzahlen standhalten, wird dem Kupfer bis zu 8 Prozent Zinn zugesetzt. Bei Federn aller Art sorgt Zinn für Festigkeit. Gläser sind zinnoxidbeschichtet, um die Oberfläche bruchsicherer zu machen. Zinn sorgt für den guten Klang einer Glocke oder Orgel. Auch als Kunstwerkstoff kommt es bei Bronze zum Einsatz. Zinn dient aber auch zur Herstellung von Gebrauchsgegenständen wie Bechern, Geschirr, Teller oder Figuren.

Recycling: Zinn ist neben den Edelmetallen eines der teuersten NE-Metalle. Die Gewinnung von Zinn aus zinnhaltigen Sekundärrohstoffen ist daher von besonderer Bedeutung. Bei der Verzinnung von Blechen, Motor- und Getriebeteilen fallen Späne und Schlacken an, in der Elektroindustrie Reste von Lötzinn. Weitere Vorstoffe des Zinnrecyclings sind Altzinn und zinnhaltige Gleitlager. Flugstäube der Stahlwerke und Rückstände aus der Bleigewinnung enthalten ebenfalls rückführbares Zinn. Aus all diesen Altmaterialien wird Mischzinn gewonnen, eine von der Lötzinnindustrie begehrte Zinnlegierung.

SELTENE ERDEN

 

Seltene Erden werden oft mit den strategischen Sondermetallen durcheinandergebracht. Insgesamt geht es dabei um 17 Metalle. Dazu gehören z. B. Lanthan (Anwendung in der Glasindustrie zur Herstellung optischer Gläser), Neodym und Samarium (beide finden Anwendung in Hochleistungsmagneten). Einige Seltene Erden-Metalle sind so häufig wie Blei. Andere wie Thulium sind eher rar, indes ist dies aufgrund der geringen Relevanz weniger dramatisch. Die SE-Metalle sind trotz ihres vergleichsweise häufigen Vorkommens auf der Erde bisher nur an wenigen Stellen der Erdkruste in abbauwürdigen Mengen vorhanden.

Charakteristisch für Seltene Erden sind zwei Aspekte: Zum einen die Anwendungsvielfalt und außergewöhnlichen Eigenschaften und zum anderen die Tatsache, dass China diesen Markt (mehr als 90 Prozent der Weltproduktion) seit Jahren dominiert. Einige wenige Prozent "Seltene Erden"-Metalle in einer Legierung bedeuten oftmals schon eine erhebliche Verbesserung derselben. SE werden vielfältig eingesetzt: in Permanentmagneten, Elektronik, Katalysatoren, Keramik, Glas und vielem mehr. Kein Handy, kein iPad und kein Auto würden heute mehr ohne diese Metalle funktionieren. Sie sind fester Bestandteil fast aller elektronischen Produkte.

Recycling: Für die Seltenen Erden gibt es noch kein ausgereiftes Verfahren, um die Stoffe in großem Stil zurückzugewinnen. Entsprechend ist die Preisentwicklung eine entscheidende Variable, denn das Recycling ist gegenwärtig komplex, zeitaufwendig und noch wenig ergiebig.

 

 

FERROLEGIERUNGEN

 

Als Ferrolegierung werden Legierungen mit Eisen als Trägermaterial und einem oder mehreren Zusatzelementen (NE-Metalle) bezeichnet. Ferrolegierungen lassen sich in drei Kategorien unterteilen. In die sog. Massenlegierungen, die Nobellegierungen sowie die Speziallegierungen (auch genannt Superlegierungen).

Massenlegierungen stellen die Grundversorgung von Stahlwerken dar. Dazu zählen u.a.: Ferrosilicium, Ferro-Mangan, Silicium-Mangan und Ferro-Chrom. Grundsätzlich sorgen die Zusatzelemente für eine erhöhte Zugfestigkeit, Streckgrenze und Zunderbeständigkeit beim Stahl. Chrom ist der wichtigste Bestandteil nichtrostender Stähle, er erhöht insbesondere die Korrosionsfestigkeit. Ferro-Silicium wird eingesetzt als Reduktionsmittel in Stahlschmelzen, die Schmelze wird dünnflüssiger. Ferro-Mangan ist ein günstiges und wirkungsvolles Legierungselement zur Verbesserung der Härtbarkeit und Durchhärtung. Je höher der Mangan-Gehalt, desto niedriger ist die kritische Abkühlgeschwindigkeit und so höher ist die Einhärtung.

Zu den Nobellegierungen gehören Ferro-Molybdän, Ferro-Vanadium, Ferro-Wolfram,
Ferro-Titan sowie Ferro-Niob. Im Gegensatz zu den Massenlegierungen ist der Mengenanteil der NE-Metalle in den Nobellegierungen geringer. Allerdings bedeuten einige wenige Prozent in einer Legierung oftmals schon eine erhebliche Verbesserung. Aufgrund von seltenerem Vorkommen und höherer Förder- und Produktionskosten ist der Preis für die Nobellegierungen höher als bei den Massenlegierungen.

 

Ferro-Molybdän

Ferro-Molybdän ist sehr hart und zäh, was die Härtbarkeit und Zugfestigkeit verbessert. Hohe Molybdän-Gehalte senken die Korrosionsanfälligkeit. Häufiger Anwendungsbereich ist der Einsatz bei hochlegierten Chrom- und Chrom-Nickel-Stählen.

 

Ferro-Titan

Ferro-Titan wird oft als Stabilisator in korrosionsbeständigen Stählen verwendet und zeichnet sich durch eine hohe Beständigkeit in Bezug auf Salzsäure, chloridhaltige Lösungen & Schwefelsäure aus.

 

Ferro-Vanadium

Ferro-Vanadium erhöht sowohl den Verschleißwiderstand als auch die Warmfestigkeit und dient als Zulegierung zu Schnellarbeits-, Warmarbeits- & Hochwarmfeststahl. Es hat in weiten Bereichen ähnliche metallurgische Eigenschaften wie Ferro-Niob.

 

Ferro-Niob

Ferro-Niob wirkt im Grunde genommen als „Metallschützer“ (da nahezu resistent gegenüber Fremdeinwirkungen wie Säuren) und kann in der Stahlmetallurgie in weiten Bereichen Ferro-Vanadium ersetzen. Es erhöht die Beständigkeit, verbessert die Schweißbarkeit. Nickel-Niob und Ferro-Niob werden auch genutzt zur Herstellung von Superlegierungen in der Raumfahrt für Raketenteile oder andere Hochtemperaturanwendungen (z.B. spezielle Öfen). Eingesetzt werden diese Legierungen auch in bestimmten Kondensatoren, Halogenlampen und Katalysatoren sowie in Atomkraftwerken bzw. Teilchenbeschleunigern.

 

Ferro-Wolfram

Ferro-Wolfram dient der Erhöhung sowohl der Streckgrenze als auch der Zähigkeit, sowie Zug-, Warm- und Verschleißfestigkeit. Die Legierung wird als Zusatz bei Schnell- und Warmarbeitsstahl eingesetzt.

Superlegierungen haben eine noch komplexere (z.T. von Elementen, die lange Zeit als nicht mischbar galten wie z.B. Fe und Al) Zusammensetzung (eine Basis aus Eisen, Nickel, Platin, Chrom oder Kobalt mit Zusätzen wie Kobalt, Nickel, Eisen, Chrom, Molybdän, Wolfram, Rhenium, Tantal, Niob, Aluminium, Titan, Mangan, Zirconium und/oder Bor) und sind vor allem für Hochtemperaturanwendungen vorgesehen. Verbreitet sind vor allem Superlegierungen auf Nickel-Basis und Kobalt-Chrom-Basis. Superlegierungen finden vorwiegend Anwendung im Motoren-, Turbinen- und Triebwerksbau, in der Energietechnik sowie in Luft- und Raumfahrt.

 

 

STRATEGISCHE SONDERMETALLE

Der Begriff Strategische Sondermetalle stammt aus der Finanzwelt und bezeichnet Metalle, die für die Herkunftsländer als Exportgut als auch für die verarbeitenden Länderwegen ihrer Anwendungen strategische Bedeutung haben. Auch geläufig ist der Begriff Nebenmetalle, da die Metalle in der Erdkruste recht selten auftreten und meist in Form einer „Nebenausbeute“ bei der Gewinnung von Blei, Zink, Kupfer und Aluminium anfallen. Beide Begriffe werden gleichwertig genutzt.

Zusammen mit den Seltenen Erden wird auch oft der Ausdruck „Technologiemetalle“ oder „Hightech-Metalle“ verwendet. Zu den strategischen Metallen gehören insgesamt 29 Elemente. Zu den bekanntesten und relevantesten Strategischen Sondermetallen gehören Antimon, Gallium, Hafnium, Indium und Kobalt. Sie sind essentieller Bestandteil beispielsweise in den Lithium-Ionen-Akkus der Mobilfunk-geräte (Kobalt), Photovoltaikanlagen (Indium, Gallium), Legierungen (Antimon) oder Laserköpfen (Hafnium).

Zumeist finden die Metalle ihre Verwendung in Form von Legierungen. Sie sind unverzichtbar für viele technische Anwendungen, aber auch für die Industrieproduktion an sich. Sie werden häufig in Keramikverbindungen eingesetzt, um eine höhere Hitzebeständigkeit, Härte oder auch thermische Leitfähigkeit zu erzielen.

BASIS-
METALLE
SELTENE
ERDEN
FERRO-
LEGIERUNGEN
STRATEGISCHE
SONDER-
METALLE
STEUERN & FINANZEN

Beim Verkauf von Sekundärmetallen sind Rechnungen im Reverse Charge-Verfahren zu stellen. Der VDM berät seine Mitglieder zu dieser und anderen steuerrechtlichen Fragen. Das Reverse-Charge-Verfahren bedeutet für die VDM-Mitgliedsunternehmen eine deutliche Arbeitserleichterung, da der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer abführen muss. Der VDM hat sich deshalb für das Reverse-Charge-Verfahren stark gemacht. Viele andere steuerrechtliche Fragestellungen und die damit verbundenen bürokratischen Auflagen stellen für die Unternehmen des Metallhandels eine immense Belastung dar. Aus diesem Grund begleitet der VDM seine Mitgliedsunternehmen in steuer- und finanzpolitischen Themen und setzt sich auf der politischen Ebene permanent für Verbesserungen und Erleichterungen ein. Die Arbeit im Fachbereich Steuern und Finanzen gliedert sich in drei übergeordnete Bereiche:

 

  • Wir vertreten die Interessen des NE-Metallhandels gegenüber der Finanzverwaltung und der Politik. Wir setzen uns für weniger steuerliche Bürokratie ein und für praxistaugliche Steuergesetze bzw. finanzpolitische Regelungen.
  • Wir informieren unsere Mitglieder über die branchenrelevanten Steuerthemen. Im Infodienst „Steuern und Finanzen“ erläutert der VDM regelmäßig aktuelle Trends und Entwicklungen
  • Wir sind serviceorientiert: Auch die konkreten Fragen unserer Mitglieder aus den Bereichen Steuern und Finanzen beantworten wir.

 

DAS REVERSE-CHARGE-VERFAHREN IM METALLHANDEL

Viele steuerrechtliche Regelungen haben eine besondere Bedeutung für den Metall- und Schrotthandel. So sind Rechnungen beim Verkauf von Sekundär- und Neumetallen im Reverse-Charge-Verfahren zu stellen. Nach dieser umsatzsteuerlichen Regelung schuldet in bestimmten Fällen nicht der leistende Unternehmer, sondern der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer.

Eingeführt wurde dieses Verfahren, um Umsatzsteuerbetrug im Schrotthandel zu verhindern. Der VDM begrüßt dies, da Reverse-Charge steuerehrliche Unternehmen vor Umsatzsteuerbetrügern schützt. Kritisch ist indes, dass im Handel mit Neumetallen eine Bagatellgrenze von 5.000 EUR gilt, ab der Rechnungen im Reverse-Charge-Verfahren zu stellen sind. Im Schrotthandel gibt es diese Bagatellgrenze hingegen nicht.

 

TAUSCHÄHNLICHE UMSÄTZE

Ein Steuerthema des Schrotthandels ist der Tauschähnliche Umsatz. In der Entsorgungswirtschaft wird durch Erfüllung der Entsorgungsleistung grundsätzlich vom Entsorger eine sonstige Leistung im Sinne des Umsatzsteuerrechts erbracht. Ein Tauschähnlicher Umsatz liegt dann vor, wenn zusätzlich zur Baraufgabe als Gegenleistung eine Lieferung oder sonstige Leistung vereinbart wird.

Dies könnte der Fall sein, wenn Wertstoffe im Abfall enthalten sind, also Materialien, die mit positivem Marktwert weitergegeben werden können. Ob im Einzelfall das Prinzip des Tauschähnlichen Umsatzes anzuwenden ist, kann in der Regel über eine Reihe von Prüfschritten ermittelt werden. Dazu bietet der VDM das Prüfschema zum Tauschähnlichen Umsatz an.

 

INNERGEMEINSCHAFTLICHE LIEFERUNGEN

Innergemeinschaftliche Lieferungen sind grundsätzlich umsatzsteuerfrei. Der liefernde Unternehmer, der die Steuerbefreiung in Anspruch nehmen will, muss jedoch nachweisen, dass die Ware in einen anderen EU-Mitgliedstaat gelangt und beim Abnehmer im Bestimmungsstaat angekommen ist.

Im Beförderungsfall ist der Nachweis durch eine sogenannte Gelangensbestätigung zu erbringen. Im Versendungsfall ist die Gelangensbestätigung nicht der einzig mögliche Verbringungsnachweis. Hier werden auch ein handelsrechtlicher Frachtbrief, eine Spediteursbescheinigung oder eine Spediteursversicherung akzeptiert. Anhang VII der Abfallverbringungsverordnung kann ebenfalls als Gelangensbestätigung genutzt werden. Voraussetzung ist immer, dass die alternativen Dokumente in allen Punkten, die für eine Gelangensbestätigung gefordert sind, korrekt ausgefüllt sind.

 

WEITERE THEMEN

Seit geraumer Zeit diskutiert der VDM das Thema „Freistellungen auf Metallkonten“. Dabei geht es um die Frage, wann eine Freistellung umsatzsteuerrechtlich als „Lieferung“ und wann sie als „sonstige Leistung“ behandelt werden muss. Aus Sicht des VDM und des Metallhandels sollten Unternehmen dies immer auf Grundlage des jeweiligen Geschäftsfalls entscheiden können. Eine „Lieferung“ liegt am ehesten vor, wenn ein Unternehmen erstens jederzeit die Verfügungsmacht über Material auf einem Metallkonto besitzt, dieses zweitens jederzeit physisch abholen könnte und drittens weiß, wo es liegt.

Unternehmen, die den Gewinn nach § 5 EStG ermitteln, können bei der Bewertung gleichartiger Wirtschaftsgüter des Vorratsvermögens unterstellen, dass die zuletzt angeschafften oder hergestellten Wirtschaftsgüter zuerst verbraucht oder veräußert worden sind, soweit dies den handelsrechtlichen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entspricht. Dieses Bewertungsverfahren nennet sich Last In First Out oder abgekürzt LIFO. Zur Bewertungsvereinfachung ist die LIFO-Methode für Handelsware wie Schrotte und Neumetalle zulässig. Eine Einzelbewertung dieser Wirtschaftsgüter, z.B. durch den Einsatz von EDV-Systemen, ist zwar möglich, dies aber nur durch einen weiteren Aufwand, etwa in Form weitere Rechen- und Ermittlungsschritte.
Die Finanzmarktrichtlinie MiFID (Markets in Financial Instruments Directive) ist eine Richtlinie der Europäischen Union zur Harmonisierung der Finanzmärkte im europäischen Binnenmarkt. Wichtig ist es dem VDM, dass die Verordnung die Möglichkeiten der Unternehmen, Metallgeschäfte zu finanzieren und zu hedgen nicht beeinträchtigt.
Mit der Finanztransaktionssteuer soll der Hochfrequenzhandel unterbunden werden. Zudem sollen Finanzmarktkrisen verhindert und Einnahmen generiert werden. Eine Finanztransaktionssteuer könnte je nach Ausgestaltung auch der Handel mit Derivaten und Devisen betreffen und hätte damit direkte Konsequenzen für das operative Geschäft von Metallhändlern. Der VDM kritisiert die Finanzmarkttransaktionssteuer. Im Mittelpunkt seiner Kritik steht deren mögliche Belastung der Realwirtschaft. Die Forderung des VDM ist es deshalb, dass Absicherungs- und Devisengeschäfte des Metallhandels von der Steuer ausgenommen sein müssen.

Prüfschema Tauschähnlicher Umsatz (PDF)

 

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